01/2023

Big Four oder doch Big Three? Diese Spuren hat Wirecard in der Industrie hinterlassen

Die aktuelle Situation:

Die Ergebnisse basieren auf einer extern durchgeführten Analyse.

Die Ergebnisse als Infografik:

Die Ergebnisse im Überblick:

Eine gesetzlich vorgeschriebene Rotation in der Wirtschaftsprüfung zeigt im frischen Zyklus eindeutige Gewinner und klare Präferenzen der DAX-Konzerne. Big Four hieß es bislang, doch der Terminus Big Three ist längst das neue Buzzword. Big Four Riesen, welche zunächst Wachstum im Mandantenstamm vorwiesen, zeigen heute eindeutige Defizite an. Doch wie genau sehen die Relikte in der Zeit nach dem Wirecard-Skandal aus und welche Spuren hat dieser in den Big Four hinterlassen?

Die Neuvergabe der DAX-Mandate zeigt den deutlichen Trend, dass die Big Four Wirtschaftsprüfung EY die Rotation nicht als Favorit verlässt. Als Resultat des Wirecard-Skandals durch ihre frisierten Bilanzen, für dessen Untersuchung der Prüfungsgigant Ernst & Young verantwortlich war, halten DAX-Konzerne in der aktuellen Neuvergabe großen Abstand vor dem Big Four Titan.

Einen klaren Gewinner kürt die jüngste Runde der Rotation dennoch. 2016 verzeichnete die Wirtschaftsprüfung PwC bislang 21 Prozent der DAX-Mandate und verlässt gegenwärtig die Neuvergabe mit 40 Prozent der DAX-Aufträge und prüft somit die Bilanzen von 16 börsenorientierten Unternehmen. PwC verschreibt somit ein grandioses Wachstum und führt die Big Four mit großem Abstand an.

Ebenso dokumentiert das Beratungshaus Deloitte einen rasanten Anstieg in seiner Popularität als bevorzugte Wirtschaftsprüfung. Im Jahr 2016 durfte Deloitte 3 Prozent der umsatzstärksten Konzerne auf dem deutschen Aktienmarkt vertreten. Den Ergebnissen zufolge wird Deloitte künftig ganze 20 Prozent, also 8 Mandate, aus dem DAX-Kreis betreuen. Mit einem Anstieg von bemerkenswerten 100 Millionen Euro an Honorarzahlungen geht Deloitte ebenfalls mit erhobenem Haupt als Sieger aus der Rotation heraus. Das enorme Wachstum über den vergleichsweisen schmalen Zeitraum verdeutlicht erneut die Folgen des Wirecard-Skandals und die Vorsicht vor der Auftragsvergabe an EY, welche die Mehrheit der DAX-Organisationen noch hegt.

KPMG reduziert seine Mandate beinahe um die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr. Als bisheriger Vorreiter im Puncto Mandantenstamm mit mehr als der Hälfte (58 Prozent) der Giganten des deutschen Aktienmarktes im Jahr 2016 vertritt KPMG im aktuellen Jahr gerade einmal 17,5 Prozent (7 Mandate) des DAX. Grund dafür sei, dass sich der Big Four Riese künftig auf das Beratungsgeschäft fokussieren möchte, was in Kombination mit der Wirtschaftsprüfung eines Kunden nicht erlaubt ist.

EY hingegen trägt weiterhin die Konsequenzen des Wirecard-Skandals und die daraus resultierenden Defizite. In Zeiten vor Wirecard galt EY als aufstrebende Gesellschaft und kassierte allein durch die Deutsche Bank ganze 64 Millionen Euro an Honorarvolumen. Heute vertreten Ernst & Young aufgrund ihres Imageschadens 20 Prozent des DAX, also vergleichsweise 10 Prozent weniger als im Vorjahr.

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